Veröffentlicht am 18.09.2020

2018 war die Welt noch in Ordnung, die Nutzfahrzeug-IAA in Hannover und auch die Pkw-IAA da, wo sie hingehörte.

Durchgängig boten die Hersteller interessante Messemodelle an und viele Zulieferer hatten interessante Werbemodelle auflegen lassen.

Doch die Lage hat sich dramatisch verändert. Bei den Verantwortlichen rollten Köpfe, die Pkw präsentieren sich zukünftig in der bayrischen Landeshauptstadt und dort - wenn man den Meldungen glauben mag - nicht nur auf dem Messegelände, sondern auf vielen Geländen der Stadt. "Erlebnisbesuch" nennt sich das wohl und erscheint mir persönlich in Anbetracht des Zeitkontingents schon jetzt suspekt.

In diesen Tagen 2020 hätte die Eröffnung der Neuauflage in Hannover stattgefunden und vermutlich vermisse nicht nur ich solche Rundgänge.

Deshalb passt es bestens, mit diesem Update zum einen eine Lücke in meiner Berichterstattung zu schließen und zum anderen mit dem Messemodell ein kleines Trostpflaster aus dem Hut zu zaubern.

Erneut hat MAN ein sehenswertes Messemodell auf die Achsen gestellt.

Auf der Fronthaube verläuft ein blaues "Kabel", welches sich bei näherer Betrachtung um das gesamte Fahrzeug wickelt und so die neue Technik symbolisiert. Die Seiten tragen ebenfalls ein "elektrisierendes Design" und erinnern dabei an das Layout einer Leiterplatte.


Bis zur massenhaften Elektro-Präsenz auf unseren Straßen wird noch einige Zeit vergehen.

Dass die internationale Automobil-Ausstellung Besucher aus der ganzen Welt begrüßt, überrascht nicht wirklich. Die geschickte, mehrsprachige Platzierung der Werbebotschaft um so mehr.

So erreicht MAN viele potenzielle Interessenten oder gar Kunden.

Um einen lupenreinen Aufdruck zu gewährleisten, haben die Buchstaben an der Stoßkante der Flügeltüren einen etwas vergrößerten Abstand.

Das lässt sich auch häufig bei Fahrzeugen von Handwerksbetrieben feststellen, sofern sie von einem guten Beschrifter gestaltet wurden. Andere Werbebeschrifter, die ihre Folien gnadenlos über Fugen kleben und freischneiden, erzielen dadurch keine ansprechenden Ergebnisse.


Die vollständige Ausgestaltung kostet sicherlich, zahlt sich allerdings auch aus. Bedruckte Außenspiegel, Rückleuchten, die schmalen Reflektoren am Heck und sogar die winzigen Positionsleuchten auf den Stoßleisten werten das Modell spürbar auf.
Und die spannendste Frage klären wir zum Schluss. Hier hatte ich "ein kleines bisschen Schmuh" von Herpa erwartet, denn naturgemäß benötigt ein Elektrofahrzeug keine klassische Auspuffanlage.
Aber? Nix da! Es wurde eigens eine neue Bodenplatte angefertigt. Auch wenn nicht sofort ins Auge fällt, stimmt der Blick unter das Fahzeug. Keine Töpfe, keine Rohre zu sehen.

Sicherlich ist es eine Preisfrage, was MAN bestellt und bezahlt. Von dem, was in Dietenhofen möglich ist, verraten Sondermodelle häufig viel mehr als die Großserie aus dem Modellfachhandel.

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