Veröffentlicht am 30.01.2026

Ende September 2025 waren die letzten Vorbereitungen für die besondere Rettungsaktion an der Geeste angelaufen.

Der grüne Kran ist ein letztes weit sichtbares letztes Zeugnis der Rickmerswerft, welches nun aufgrund von Fundamentproblemen um einige Meter versetzt werden musste.

Problem bei den Planungen waren fehlende Baudokumentationen, die Rückschlüsse ermöglichten auf die zu hebenden Gewichte ermöglichten.

Hier das alte Fundment mit einem kurzen Schienenstrang, auf dem der Kran viele Jahre sicher stand.

Als Hauptkran wurde ein Liebherr LTM 1600/2 auf einer Freifläche zwischen Häusern und Bäumen aufgestellt.

Schon in den Vormonaten durch Einbringung von zwölf 23 Meter langen Gründungspfählen das neue Fundament vorbereitet.

Anschließend wurden auf der Betonfläche zwei kurze Schienenstränge verschraubt auf denen die Fahrwerke des Krans nach dem Umzug stehen werden.

Die entscheidende Aufgabe vor dem ersten echten Hub des Auslegers samt Maschinenhaus bestand darin die Schlaufen so zu positionieren, dass die Ladung wirklich waagerecht vom vierbeinigen Sockel gelöst werden konnte.

Vor dem entscheidenden Hub musste der Ballastträger noch mit reichlich Gewicht bestückt werden.

Kaum vorstellbar, aber wenige Zentimeter machten den entscheidenden Untschied.

Die Mannkorbarbeiten übernahm ein Liebherr LTM 1250-6.1 von Toscani.

Wer genau hinschaute konnte erkennen, dass der Mannkorb einige Male zum Ausleger unterwegs war.

Im Zuge der Vorbereitungen wurden vier lange Bolzen angefertigt. Bei der Demontage wurden diese am Drehkranz gegen vorhandene Schrauben getauscht.

So wurde verhindert, dass die Baugruppe beim Lösen der Drehkranzschrauben aus dem Drehkranz kippt. Später dienten die vier langen Bolzen als Einfädelhilfe beim Wiederaufsetzen der oberen Baugruppe.

Aus größerer Entfernung konnte man perfekt auf das Geschehen an der Geeste schauen.

Der etwa 1,1 Millionen Euro teure Umzug wurde notwendig, weil die Kaimauer an der Geeste in mehreren Bereichen als nicht mehr tragfähig bewertet wurde.

Der Hafenkapitän stellte sogar die Verkehrssicherheit für die gesamte Geeste in Frage und drohte mit der kompletten Sperrung auf dem Fluss, der von der Weser ins Landesinnere führt.

Die Datenermittlung ergab ein prognostiziertes Gesamtgewicht von etwa 150 Tonnen für den Hauptausleger mit Maschinenhaus.

Damit war klar, dass hier nichts dem Zufall überlassen werden durfte.

Der 1956 von der Firma Hans Seebeck Maschinenbau-Eisenbahn GmbH als Einzelanfertigung gebaute Kran hat sich in den letzten Jahren für viele Bremerhavener zum beliebten Aussichtspunkt gewandelt.

Und nun Anfang Oktober 2025 stand die rettende Versetzung um rund 20 Meter auf ein neues Fundament an.

Zur Mittagszeit des 2. Oktober liefen die letzten Kontrollen für den finalen Hub.

Nochmal versammelten sich die Spezialisten nochmals an den Anschlagpunkten der Hubschlaufen am langen Ausleger.

Nicht nur die Position wurde kontrolliert, sondern auch die Bolzen der Schäkel.

Dann war es soweit: Der Hilfskran legte den Ausleger mitsamt Mannkorb ab und machte das Feld frei für die weiteren Arbeiten.

Hier der Blick auf das marode Fundament unter dem kurzen Schienenstrang des Krans.
Hier geht es mit dem zweiten Teil der Rettungsaktion weiter...
Weiterlesen...Ein vierseitiger Bericht über die Versetzung eines historischen Krans in Bremerhaven.
Interessant war dabei, dass es keine verwertbaren Unterlagen zu Gewicht des Krans an der Geeste gab und alles im Vorwege ermittelt werden musste.

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