Veröffentlicht am 18.09.2026

Bei der Anreise zur IAA 2026 wusste ich nicht so recht, was mich erwarten würde. Gefühlt wurden die Ausstellungsflächen im Vergleich zur Vorausgabe wieder kleiner. Einige Hersteller waren nicht mehr mit eigenen Ständen vertreten, andere reduzierten die eigenen Auftritte. Es muss halt weiter gespart werden
.
Beim ersten Blick in die Hallen zeigte sich, dass viele neue Marken mit neuen, für mich unbekannten Produkten in Hannover den ersten größeren Auftritt im Deutschen, ja eigentlich europäischen Transport-Sektor wagten. Und ganz ehrlich, bei vielen Exponaten war das Gezeigte wirklich gut und konkurrenzfähig. Klar, Kinderkrankheiten werden erst im Einsatz erkannt, aber das Exponate hatten nichts mit "Billigmüll" zu tun. Wenn etablierte Hersteller das weiterhin so auf die leichte Schulter nehmen oder mit Hochpreispolitik weitermachen, ist das sichere Endergebnis vorhersehbar. Ich hoffe, der Innovationswille und die Bereitschaft für "preiswerte" Produkte wird wieder zum Standard. Und hier meine ich Produkte, die den verlangten Preis wirklich wert sind und nicht Gewinngelüsten überbezahlter Manager entspringen.
Wie sieht die Zukunft aus?
Scheinbar setzen die meisten Marken auf die E-Mobilität. Jetzt muss nur noch die Infrastruktur aufholen, denn einige Trucks verfügen schon über zwei Ladeanschlüsse. Dabei reicht das vorhandene Ladenetz oftmals jetzt schon nicht, um die Bedarfe zu decken.
Aber was ist mit den bereits vorhanden Alternativen? Stehen diese im Gesamtvergleich wirklich so schlecht da? Wäre nicht mehr echte Technologieoffenheit zielführender?
Warten wir ab, wie es weitergeht...

FAW (First Automotive Works) ist einer der ältesten und größten Autohersteller in China, der sich auf viele Einzelunternehmen aufteilt. Das Staatsunternehmen baut Pkws, Lastwagen und Busse. Das erste Nutzfahrzeug war der 1956er CA10.

Inzwischen hat sich viel getan und die Cortron-Baureihe entspricht optisch und leistungsmäßig den europäischen Mitbewerbern.

Der Weg in die Kabine wird dem Fahrer schon mit einem schicken Einstieg erleichtert.

Für den Antrieb setzt FAW für den CS 600 und den CS 600 XXL auf Dieselantriebe, der CS 925 holt seine Kraft aus Batterien.


Am Stand von Dongfeng wurden die aktuellen Wasserstoff-Trucks präsentiert.

Problem der Technik ist der zusätzliche Platzbedarf, denn die Tanks müssen hohem Druck standhalten.

Bei BYD wird vor allem auf den Nah- und Verteilerverkehr gesetzt, denn es gab keine Sattelzugmaschinen auf dem Stand.

Natürlich mit dem inzwischen vorgeschriebenem Seitenradar und den zurückgekehrten unteren Seitenfenstern in der Beifahrertür.

Der Foton Auman Galaxy R9 ist für die schwere Langstrecke ausgelegt und wird von einem 13 Liter Cummins mit 620 PS angetrieben. Zusammen mit der Elektro-Unterstützung stehen dem Fahrer satte 920 PS zur Verfügung.

Der Innenraum wirkt ausgesprochen hochwertig und bietet sogar einen weit nach hinten schiebbaren Beifahrersitz. Der rechte Teil der Schlafgelegenheit wird dabei einfach hochgeklappt. Ebenso gelungen finde ich die großen Fächer hinter der Tür.

DeepWay bringt den Hauber wieder zurück
, allerdings in neuer ungewohnter Formgebung.

Die Akkus reichen für 500 km und laden in 36 Minuten von 0 auf 80 Prozent oder sind in nur sechs Minuten ausgetauscht.

Die massive "Sonnenblende" und viele sichtbare und versteckte Kameras und Sensoren verraten, dass der rein elektrische Sky Worth Z9 für das autonome Fahren ausgelegt ist.

Erstmals präsentiert sich Sany auf der IAA und stellte hier gleich eine zwei Kilometer lange Teststrecke zur Verfügung.

Alle gezeigten Trucks sind komplett elektrisch und verfügen über Batterien mit Kapazitäten bis zu 636 kWh.

Seit 2022 werden Lastwagen von Sany in Europa angeboten.
Schon einige Jahre zuvor kamen die ersten Autokrane nach Deutschland..

Der türkische Hersteller Habaş präsentierte unter seiner Marke HBS zwei aktuelle Produkte mit unterschiedlichen Kraftquellen.

Die weiße Sattelzugmaschine nutzt einen elektrischen 560 PS-Motor, im blauen Truck werkelt der OM471LA-Mercedes-Benz-Motor mit bis zu 530 PS.

Die Trucks von GAC glänzen mit Akkutausch in nur fünf Minuten und einer Reichweite bis zu 475 Kilometern. Die maximale Leistung wird mit 870 PS angegeben.

Mit aufwändiger Sensorik bestückt, soll auch das automatisierte Fahren in greifbare Nähe rücken.

Der Homtruck kommt vom chinesischen Hersteller Farizon als vollelektrische Zugmaschine.

Der Maxus eDelive 420L schafft mit der 615 kWh-Batterie und den zwei 250 kW-Motoren sogar 120 km/h. Vielleicht liegt es an den schmalen 315er-Reifen auf beiden Achsen
.

C&C Trucks ist ebenfalls erstmalig in Hannover dabei und übergab das erste Kundenfahrzeug während der Messe.

Die elektrischen Fahrzeuge sind mit Range-Extender lieferbar, der Akku fasst bis zu 430 kWh.

Sinotruk war auf schon der IAA 2024 mit zwei Wasserstoff-Zugmaschinen vertreten, damals noch als Kooperationspartner verschiedener europäischer Hersteller.
2026 wurden eigene Fahrzeuge unter dem Label Sitruk präsentiert, die auf elektrische Antriebe setzen. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit gleichzeitig über zwei Anschlüsse zu laden, um schneller wieder fahren zu können.

Das Angebot reicht von der zweiachsigen Sattelzugmaschine bis zum 8x4-Kipperfahrgestell mit verstärktem Rahmen und Antrieb.

Je nach Einsatzbereich gibt es Modelle mit hoher Nutzlast oder großer Reichweite.

Der Antrieb basiert auf einer 800-Volt-Hochspannungsplattform mit einem Batteriesystem der 600-kWh-Klasse.

DAF setzt auf die Elektrifizierung der gerade facegelifteten Modellpalette.

Die neue XG-Kabine hat jetzt nach Änderung der gesetzlichen Vorgaben eine Fahrerhauslänge von 2.690 mm.

Wie andere Hersteller, gibt es auf Wunsch wieder die untere Glasscheibe in der Beifahrertür.

Die klassischen Dieselmotoren werden aber weiterhin angeboten und weiterentwickelt.

Renault präsentierte mit dem neuen E-Tech T780 ein elektrisches Modell für den Fernverkehr mit einer Reichweite von 660 km.

Der neue T-High Modelljahr 2027 ist mit der neuen 540 PS DE13 R-Motorisierung ausgestattet.

Auf dem Außengelände zeigte Es.Ge einen Vierachser mit 540 PS für Gesamtzuggewichte von bis zu 180.000 Tonnen.

Die neue Elektro-Lkw-Baureihe von Volvo wurde zum "International Truck of the Year 2027" gewählt. Die neue Generation, die die Modellfamilien "FH", "FM", "FMX" und "FH Aero Electric" umfasst, überzeugte durch ihre Kombination aus größerer Reichweite, einem breiten Einsatzspektrum, hoher Energieeffizienz und betrieblicher Flexibilität.

Die neuen FH Electric und FH Aero Electric sind für besonders schwere Transporte mit Gesamtzuggewichten von bis zu 80 Tonnen ausgelegt. Die Einführung soll ab Anfang 2027 zunächst in Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark, den Niederlanden und der Schweiz beginnen.

Die Volvo 100 Year Edition ist eine Hommage an 100 Jahre Innovation, Erfahrung und Fortschritt.

In der Halle 11 wurden Fahr- und Mitfahrgelegenheiten von MAN und Volvo angeboten.

Hier konnte nicht nur die Technik verglichen werden, sondern auch die Akustik der unterschiedlichen Antriebe.

Die längeren Fahrzeugrahmen bieten der neuen Technik den benötigten Platz. Das höhere Fahrzeuggewicht macht fast immer eine weitere Achse mit zusätzlicher Achslast von 6 - 7,5 Tonnen notwendig.

Wenn der Radstand ausreichend Platz bietet, kann vieles im Rahmen untergebracht werden.

Mit dem neuen F-MAX GEN2.0 zeigt Ford die konsequente Weiterentwicklung des erfolgreichen Fernverkehrsfahrzeugs.

Für die Umweltbilanz nicht unwichtig ist die Verträglichkeit für HVO-Kraftstoff.

Ebenfalls neu ist der Ford F-LINE E, hier in der Ausführung mit Kofferaufbau.

Das schmale F-Line-Fahrerhaus passt auch perfekt auf Baufahrzeuge, wie Kipper und Betonmischer.

Optisch ein Ford, allerdings wurde die Antriebstechnik durch aktuellste Wasserstofftechnik ersetzt. Der Rygg Nova ist für ein Gesamtzuggewicht von 44 Tonnen zugelassen. Die Kraft kommt von einer Brennstoffzelle, die eine 117 kWh-Batterie füttert.

Die neuen Fernverkehrsbaureihen Scania R Dynamic und S Dynamic feierten auf der IAA 2026 Premiere. Auffälligste Merkmale sind die neuen Scheinwerfer, der geänderte Stoßfänger und die flachen Türgriffe.

Auf dem Freigelände stand der "Frostfire", basierend auf einem Scania 770 S, der mit reichlich Feinarbeit aufgewertet wurde.

In Mjölby Rot strahlte der Longliner mit 3.750 mm Radstand und großem Fahrerhaus. In Schweden und einigen anderen Ländern darf der Dreiachser mit 770 PS ein Gesamtgewicht von 66 Tonnen über die Straßen ziehen.

Dieses schicke Gespann parkte samt Renntruck etwas abseits.

Das absolute Highlight der IAA 2026 war ein Schwerlast-Scania von Kübler für Gesamtzuggewichte bis zu 1000 Tonnen.

Der MAN TGS 60.540 mit dem KH-Kipper darf abseits deutscher Straßen richtig viel Schüttgut transportieren.

Viel wichtiger war aber die Präsentation des neuen MAN eTGX, auch mit tiefem Seitenfenster in der Beifahrertür.

Mit Seitenverkleidungen ab Werk parkte diese Schwerlast-Zugmaschine in Hannover, ab hier geht es direkt zum neuen Besitzer.

Bis 120 Tonnen Gesamtzuggewicht ist der MAN TGX 37.580 von WVT zugelassen.

Besonderheit ist die Möglichkeit, den Truck von außen per Fernsteuerung zu fahren. Hupen und blinken geht auch
!

Der Messestand von Paul gehört bei jeder IAA zum Pflichtprogramm, denn hier gibt es immer echte Goldstücke.

Wer genau hingeschaut hat, dem ist die ungewöhnliche Achsformel des auffallend langen Schwerlasters aufgefallen
.

Der weiße Acrocs hört auf die Typenbezeichnung 6751. Die große Bodenfreiheit ermöglicht Fahrten in schwerem Gelände.

Der lange Fahrzeugrahmen wird nach der Messe mit einer großen Betonpumpe vervollständigt.

2026 steht bei Mercedes alles zwischen Historie und Jubiläumsjahr: "130 Jahre Trucks".

Passend zum ersten Lieferwagen wurden zwei Sondermodelle des Actros L und des eActros gestaltet und aufgelegt.

Auf dem mattsilbernen Fahrerhaus tragen beide feine Strichzeichnungen der Gründer und Fahrzeuge.

Und das Beste ist, dass es sogar ein entsprechendes Modell im Maßstab 1:87 gibt! Die ausführliche Vorstellung folgt demnächst.

Mit der Procabin wurde der neue Lowliner gezeigt.

Der vierachsige eArocs 400 trägt hinter der Kabine den Akku samt Betonmischer.

Natürlich gibt es den eActros 400 auch weiterhin mit dem klassischen Fahrerhaus.

Der eArocs könnte mit entsprechenden Ladepunkten zum echten König auf Baustellen werden.

Auf dem Mercedes-Stand strahlte der knallgrüne Unimog in der hochgeländegängigen Variante.

Als Gegenstück parkte ein Unimog längst vergangener Tage als Hinweis auf die lange Firmenhistorie.

Bei Empl gab es 2026 keinen Wrecker, wie sonst geohnt. Als Basis für Rettungsfahrzeuge gerade im schweren Gelände oder bei Überschwemmungen ein echtes Schweizer Taschenmesser.
Natürlich hat Frank die Modelle in der Baugröße 1:87 ebenfalls in einer Übersicht zusammengefassst. Auch hier gibt es interessante Neuheiten.
Die ausführlichen Einzelvorstellungen folgen demnächst!
Ein persönliches Ergebnis vieler Gespräche war, dass die neuen und etablierten LKW-Hersteller schon daran arbeiten, ähnlich wie ein Hersteller aus den USA (den ich absichtlich ausgelassen habe) neben den Fahrzeugen zukünftig auch die passende Infrastruktur anzubieten. Was ist besser, als ein Kunde der täglich wieder an der eigenen (Strom-)Zapfsäule hält und so regelmäßig Geld in die Kasse spült?

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