Veröffentlicht am 14.11.2025
Fotos: photo gawid "Elchshot"

Manche Dinge brauchen einfach Zeit, zuweilen auch richtig viel Zeit.

Mit langem Anlauf wurde 2024 das Konzeptfahrzeug Type 00 auf der Miami Art Week erstmals öffentlich präsentiert.

Inzwischen drehten mehrere abgeklebte Folienflitzer reichlich Runden auf und rund um den Nürburgring.

Gleich drei verschiedene Fahrzeuge kamen unserem Erlkönig-Fotografen vor die Linse.

Man muss allerdings zugeben, dass die massive Tarnung wirklich kaum Schlüsse auf den finalen Look zulässt.

Als technischer Unterbau kommt die neue Jaguar Electric Architecture (JEA), eine modulare Plattform, zum Einsatz.

Auf diesem Baukasten sollen drei weitere exklusive Jaguar-Modelle entwickelt werden.

Der lange Radstand zeigt, dass der elektrische, viertürige GT den Reisenden viel Platz bieten dürfte.

Die coupé-artige Hecklinie ist aerodynamisch effektiv und bietet viel Raum für Gepäck.

Entgegen der ersten Planungen ist die Markteinführung noch für Ende 2025 geplant.

Als Grund für die Verschiebung irgendwann im Jahr 2026 nannte Jaguar ein aktuelles Ereignis.

Vor Kurzem wurden etliche IT-Systeme samt einigen Teilen der Produktion durch einen Cyberangriff lahmgelegt.

Dabei können natürlich Daten von Testfahrten und Entwicklung beschädigt oder verloren gegangen sein.

Egal, zumindest die Bremslichter funktionieren noch
.

Interessanterweise tragen die Testfahrzeuge das Frontkennzeichen nicht alle an der gleichen Stelle.

Dies könnte an unterschiedlicher Bestückung mit Frontsensoren liegen oder auch einfach nur daran, dass sich hier die Techniker frei entfalten durften
.

Schon früher betrat Jaguar ungewöhnliche Wege, um Informationen der Außenwelt ins Fahrzeug zu übertragen.
Dieser F-Pace Facelift Bosch-Testfahrzeug war im Frühjahr 2020 am Ring unterwegs und lohnt auch heute noch eine genauere Betrachtung.

Selbst wenn die Gürtellinie noch etwas abgesenkt wird, bleiben die Seitenfenster eher schießschartenähnlich.

Beim Blick auf die schwarz lackierten Felgen mit den blanken Stellen an den Rändern gibt es zwei Möglichkeiten.

Entweder sind die Reifentechniker bei der Montage neuer Gummis ausgesprochen schlecht oder die Testfahrer haben es bei Einparkmanövern mit den Bordsteinen nicht so
. Wer andere Ideen hat, möge mir eine entsprechende Mail zusenden!

Natürlich setzt dieser Elektronenflitzer auch auf die derzeit angesagte 800-Volt-Technik.

Die maximale Ladeleistung liegt bei 350 kW und soll in nur 15 Minuten bis zu 320 km Reichweite in den Akku drücken.

Da inzwischen vierstellige PS-Werte zum guten Ton gehören, dürften auch hier derartige Leistungsdaten zu erwarten sein.


Allradantrieb und gelenkte Hinterachse sind bei den Leistungsangaben schon fast verpflichtend.


Preislich dürfte der neue GT vermutlich bei 120.000,- Euro starten.

Ein möglicher Konkurrent wäre der kommende Mercedes AMG GT mit Verbrenner und Elektro-Unterstützung.
Der AMG ist schnittiger und wesentlich feiner ausgearbeitet. Dies ist besonders klar an der Seitenlinie zu erkennen.

Mit aktiviertem Blinker kann man gut die extrem flache Scheinwerfereinheit unter der Tarnung.

Auch wenn es fast unglaublich klingt setzt Jaguar auf Reifen im handlichen 23-Zoll-Format
.

Bisher setzte Jaguar gern auf hubraumstarke Verbrenner. Ob der schlagartige Wechsel zur Elektrotechnik von den Markenfans akzeptiert wird, zeigt die Zukunft.
Beim Jaguar XE SV Project 8, der erstmals auf der IAA 2017 präsentiert wurde, setzte man unter der langen Fronthaube auf einen der Fünfliter-V8 mit Kompressoraufladung, der mit satten 600 PS und einem Drehmoment von 700 Nm glänzte.

Ob die Heckklappe vom Konzeptcar ohne Aussicht wirklich in die Serieschafft, wage (und hoffe) ich zu bezweifeln.

Und ganz ehrlich: Kennt ihr ein Fließheck-Coupé ohne Heckfenster?

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