Veröffentlicht am 31.07.2020
Fotos: photo gawid "Elchshot"

Im Juli 2020 war es am Nürburgring soweit, denn gleich zwei folierte Elektromobile aus München waren unterwegs.

Vom 2017er BMW Vision iNEXT entstand in rund zwei Jahren eine Vorserienversion, die hier zur Marktreife kommen soll.

An der Front des ersten Testfahrzeugs vermisse ich allerdings das seit Februar 2011 gesetzlich vorgeschriebene Tagfahrlicht.

Die Schnitte um die Scheinwerfer lassen hier kaum noch Platz für die Tagfahrlichter.

Andere Hersteller bringen diese inzwischen gern separat und vollkommen frei platziert unter.

Aktuell sollen sich rund 100 Prototypen des komplett elektrischen SAV (Sport Activity Vehicle) überall auf dem Globus austoben.

Vor einem halben Jahr wurden die Straßen und angelegten Teststrecken in den eisigen Regionen Schwedens bevorzugt genutzt.

Dabei sind die Vorgaben echte Herausforderungen: 600 Kilometer Reichweite, sportliche Fahrleistungen und bezahlbar.

Dabei darf man besonders auf den Einstiegspreis gespannt sein, ganz abgesehen vom Betrag für die volle Hütte.

Hinter den Fondtüren ist immer noch eine dezente Variante des BMW-typischen Hofmeister-Knicks zu erkennen.

Am Heck verweigern die Münchener noch jeden detaillierten Einblick.

Die aktuell sichtbaren Rückleuchten könnten aus dem Teilemarkt für den Anhängerselbstbau stammen
.


An der Front fällt der zentrale Bereich auf, der unfoliert geblieben ist.

Hier sitzen die Sensoren für das automatisierte Fahren, wobei die Technik mehr kann, als zum Verkaufsstart freigeschaltet wird.

Gesetze und Haftungsprobleme definieren die Grenzen, wie Unfälle mit Tesla-Beteiligung immer wieder zeigen.

Im Innenraum soll der Fahrer und die Begleitcrew scheinbar endlose Unterhaltung genießen .

Sprachsteuerung, berührungsempfindliche Oberflächen, Darstellung per Beamer auf fast allen Flächen des Innenraums - das mag ja alles nett sein, aber sollten wir nicht zuerst grundlegende Dinge zur Serienreife bringen?

Für mich stellt die Batterienlösung logisch betrachtet nicht mal eine Übergangstechnologie dar.

Fahrzeuge werden dauerhaft mit einigen hundert Kilo beladen, die nur als Energiespeicher mittransportiert werden müssen.

Beim Laden und Entladen geht immer ein großer Teil der ursprünglich erzeugten Energie ungenutzt verloren.

Geschichte und aktuelle Technik perfekt in einem Bild vereint.

Der Innenraum soll nahezu gänzlich ohne klassische Schalter und Regler auskommen.

Dies mag für technikafine Generationen reizvoll wirken.

Jene, die sich diese Fahrzeuge leisten können, dürften bedeutend konservativer aufgestellt sein.

Als sich die Versuchsfahrzeuge durch den Kreisel bewegten, wurde ein Problem überdeutlich.

Das hohe Fahrzeuggewicht bekommen selbst die Fahrwerksspezialisten von BMW nicht in den Griff.

Massive Wankbewegungen und starkes Einknicken machen die Fahrt sicher nicht zum freudigen Erlebnis.

Warten wir mal ab, welche Preise und Aufpreise zum Verkaufsstart in 2021 aufgerufen werden.
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