Veröffentlicht am 22.11.2019, aktualisiert am 09.01.2026

Der Porsche 911 GT1 wurde erstmals 1996 für den Einsatz in der BPR Global GT Serie sowie für Le Mans und in den USA gebaut.

Obwohl das Regelwerk eigentlich 25 gebaute Exemplare vorschrieb, gab es nur zwei Straßen-Fahrzeuge des 1996er Jahrgangs.

Man zeigte sich kulant, denn jede Rennserie wollte sich die Teilnahme der Zuffenhausener mit diesen Boliden sichern.

Hinter der Fahrgastzelle wurde aber mächtig in die Teilekiste gegriffen und improvisiert.

Die Front stammt vom 993 Carrera, um den Vorschriften für Crashtests zu entsprechen.

Das 1996er Modell des GT1 ist an den runden Scheinwerfern eindeutig zu erkennen, später gab es die unbeliebten Spiegeleier.

Ab der B-Säule besteht der GT1 96 aus einem Gitterrohrrahmen, der als Mittelmotor einen 600PS-BiTurbo aufnehmen musste.

Das Leergewicht liegt bei nur rund 1000 Kilogramm.



Die Grundlage wurde durch die Konkurrenz und den eiserenen Sparwillen von Wendelin Wiedeking gelegt.


Innerhalb von nur neun Monaten wird zwischen Juni 1995 und März 1996 der 911 GT1 zur Renntauglichkeit gebracht.

Wesentlich flacher, satte 21 Zentimeter breiter und auch deutlich länger entsteht der erste Mittelmotor-Flitzer.

Zur Kraftübertragung setzte Porsche auf ein 6-Gang-Getriebe mit Sperrdifferential.

Ausschließlich die Hinterachse bringt das Drehmmoment von 600 Nm auf den Asphalt.

Der Sprint auf 100 Sachen aus dem Stand braucht keine 4 Sekunden.

Selbst die Marke von 200 Stundenkilometern soll in kaum mehr als 10 Sekunden gemeistert sein.

Natürlich muss die erzeugte Wärme aus dem Motorraum wieder entweichen können.

Damit dabei nicht unweigerlich ein Abflug auf die Sprints folgt, spendiert der starre Heckspoiler zusätzlichen Anpressdruck.

Aerodynamisch ja, aber ob man in den kleinen, ovalen Spiegeln wirklich das Umfeld erkennt, weiß wohl nur ein Rennfahrer.

Heckspoiler einstellen? Findet hier einfach nicht statt
.

Inzwischen würde vermutlich kein halbwegs professionelles Rennteam mit derart rustikaler Technik antreten.

Der Sticker "Made in Flacht" ist auch heute noch eine Qualitätsauszeichnung, denn das Motorsport-Entwicklungszentrum von Porsche verteilt sich auf mehr als 12.000 Quadratmetern lichtdurchfluteter Konstruktionshallen in direkter Nachbarschaft zum Ort Flacht (meist wird dies allerdings als Entwicklungszentrum Weissach bezeichnet). Und wer hat´s gewusst
?

Die Überbreite zur Entlüftung nutzen - optisch und technisch brilliant einfach und effektiv gelöst.

Auch wenn es 1996 nicht zum Gesamtsieg in LeMans reichte, so waren die Plätze 2 und 3 ein erstes Ausrufezeichen von Porsche.

Davor lag nur der Porsche 935 vom Joest Racing mit einer Runde Vorsprung nach 24 Stunden.

Erst mit der letzten Evo-Stufe des GT1 konnte Porsche 1998 den LeMans-Gesamtsieg sowie Platz 2 holen.

Danach zog sich Porsche als Hersteller aus den Langstreckenrennen zurück.


Interessantes Detail ist die Entlüftung des Innenraums zwischen Tür und B-Säule des Rennwagens.

Die Rennfahrzeuge unterscheiden sich nur in wenigen Details von den käuflichen Ausführungen mit Straßenzulassung.

Mittlerweile sind sämtliche 911 GT1 echte Wertanlagen, denn bei den geringen Stückzahlen können diese nur teurer werden.

Ein 1997er 911 GT1 wurde im März 2017 für satte 5,665 Millionen US-Dollar versteigert und das trotz 5 Vorbesitzern!

Dabei ist dies die häufigste Straßen-Version mit immerhin 21 gefertigten Exemplaren.

Insgesamt 24 Fahrzeuge mit Straßenzulassung sollen die heiligen Hallen von Porsche jemals verlassen haben.

Wer mitgerechnet hat, der weiß nun, dass der straßenzugelassene 1998er 911 GT1 ein exklusives Einzelstück blieb.
Über die Anzahl noch existentierender Rennfahrzeuge konnte ich leider nichts in Erfahrung bringen.
"Helle Sterne verbrennen schneller" sagt eine Redewendung und gerade auf "geplante" Rennwagen trifft dies besonders zu. Meist werden diese Exoten aufgrund des Regelwerks bis ans Limit ausgereizt und haben somit garantierte Probleme, sobald die genutzten Schwächen der Regelschreiber nachträglich behoben werden oder ein Gegner die vorhandenen Lücken noch besser ausnutzt. Nur drei Jahre war der heutige Neuzugang im Renneinsatz und das auch nur in einer echten Kleinserie, für die gerade einmal 24 straßenzugelassene Exemplare zur Homologation gerfertigt wurden. Kaum zu glauben oder? Dieser Hecktriebler sorgte noch vor der Jahrtausendwende für ein wahres Wettrüsten bei den großen deutschen Herstellern!
Die Zuffenhausener lieferten stets fahrerorientierte Sportwagen:

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