– Kompakter Krantyp überzeugt auf beengter Vormontagefläche
– Liftkabine als großes Plus für Sicherheit und Effizienz
Im süddeutschen Tuttlingen haben vier kleine Liebherr-Krane Großes geleistet: Als temporärer Ersatz für eine abbruchreife Donaubrücke errichteten die Kompaktkrane vom Typ LTC 1050-3.1 im Rahmen einer Zivilschutzübung eine 70 Meter lange Flussquerung. Der Ersatzbau wird während des Brückenneubaus zwei Jahre lang als Provisorium den Verkehr über den Fluss führen. In nur zwei Wochen hatte ein großes Aufgebot von Kräften des Technischen Hilfswerks (THW) das Brückenbauwerk komplett vormontiert und zum Standort am Fluss transportiert.

Mit 70 Metern Spannweite ist sie die größte stützenfreie Schwerlastbrücke, die die deutsche Zivil- und Katastrophenschutzorganisation bisher errichtet hat: die Ersatzbrücke über die Donau bei Tuttlingen. Das zentrale Werkzeug für die anspruchsvolle Aufgabe des THW waren vier Kompaktkrane von Liebherr. Die LTC 1050-3.1 bauten die vier Segmente der haushohen Fachwerkkonstruktion aus hunderten von Einzelteilen zusammen.

Eine besondere Herausforderung des Projekts war der eingeschränkte Platz auf der Vormontagefläche. Die Krane mussten sich den knappen Raum mit lagerndem Material, LKW, Staplern, Teleskopladern und Hebebühnen teilen. Um möglichst viel Bewegungsfreiheit zu schaffen, wurde bei einigen Kranen der als Staubox dienende Frontkasten abmontiert. Dadurch verkürzte sich die Fahrzeuglänge auf 10,35 Meter – was die LTC 1050-3.1 noch platzsparender und wendiger machte.

„Liftkabine unschlagbar“
Oft waren die vier Kompaktkrane mit hochgestellter Fahrerkabine am Werk. Das THW hatte diese optionale Funktion für alle seine bestellten Geräte gewählt. „Gerade beim Brückenbau ist die höhenverstellbare Kabine für mich einfach unschlagbar“, sagt Niklas Stein, der bei dem Einsatz eine Woche lang einen der LTC 1050-3.1 bediente. „Vor allem bei der Montage der oberen Stahlteile ist die direkte Sicht auf meine Kolleginnen und Kollegen aus sieben Metern Höhe natürlich ein großer Sicherheitsgewinn.“

Stein gehört zu einer von 16 auf den Brückenbau spezialisierten Gruppen aus ehrenamtlichen Fachleuten, die das THW bundesweit vorhält. In regelmäßigen Abständen montieren sie Behelfsbrücken, um ihre Einsatzbereitschaft und Routine zu erhalten. Niklas Stein ist seit knapp zwei Jahren gemeinsam mit anderen für den Kran der THW-Ortsgruppe Müllheim im Südwesten Deutschlands verantwortlich. „Hier auf der Baustelle werden die Vorteile der Maschine besonders deutlich“, sagt Stein. „Und der LTC hat trotz seiner kompakten Abmessungen einfach eine große Hubkraft.“

Neue Krane, kürzere Bauzeit
Vor zwei Jahren hat das THW die ersten von insgesamt 18 dieser Kompaktkrane aus dem Liebherr-Werk in Ehingen abgeholt. „Früher hatten wir für solche Einsätze hauptsächlich eigene Ladekrane im Einsatz“, erzählt Patrick Weisser. Der Ingenieur hat zusammen mit Fiona Mager, der Leiterin der Fachgruppe Brückenbau des THW Müllheim, den Einsatz an der Donau koordiniert. „Mit den neuen LTC 1050-3.1 von Liebherr sind wir jetzt deutlich stärker aufgestellt und können Projekte wie diese Behelfsbrücke in kürzerer Zeit realisieren. Hier in Tuttlingen waren wir sogar fünf Tage schneller als geplant.“
Nach der Vormontage der vier rund 100 Tonnen schweren Brückensegmenten wurden diese über eine Strecke von mehreren hundert Metern zum Fluss transportiert. Dort fügten die Einsatzkräfte mit den Kompaktkranen die Fachwerksegmente zu einer durchgehenden Konstruktion zusammen. Mittels Vorschubtechnik wurde das Bauwerk etwa bis zur Hälfte über die Donau geschoben. Für den abschließenden Hub standen an beiden Ufern zwei Liebherr-Mobilkrane LTM 1650-8.1 bereit. Im Tandem hoben die Maschinen von MSG Krandienst GmbH und Scholpp Kran & Transport GmbH die Konstruktion auf die Widerlager und positionierten sie an ihrem endgültigen Platz.

