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Liebherr LR 11350 baut höchste Windkraftanlage der Welt

Veröffentlicht am 19.10.2026

Liebherr LR 11350 baut höchste Windkraftanlage der Welt

Liebherr LR 11350 baut höchste Windkraftanlage der Welt

cranes   /   19.10.2026 14:39   /  A+ | a-
–    Raupenkran LR 11350 der Schmidbauer-Gruppe vollendet Weltrekord-Anlage in Brandenburg
–    Schwerstes Montageteil hatte ein Bruttogewicht von 375 Tonnen
–    GICON-Höhenwindrad mit 365 Metern zweithöchstes Bauwerk in Deutschland
Ende September wurde die nun höchste Windenergieanlage der Welt fertiggestellt. Beim Bau des Prototyps des sogenannten GICON-Höhenwindturms in der Lausitz in Brandenburg kam ein Liebherr-Raupenkran LR 11350 der Schmidbauer GmbH & Co. KG zum Einsatz. Unmittelbar nach Montage der Rotorblätter wurde der Innenturm der Fachwerkkonstruktion mithilfe eines integrierten Systems nach oben teleskopiert. Damit erreicht die Anlage eine maximale Gesamthöhe von 365 Metern und ist nach dem Berliner Fernsehturm Deutschlands zweithöchstes Bauwerk.


Mit dem sogenannten Höhenwindturm will der Technologieentwickler GICON neue Möglichkeiten für die wirtschaftliche Nutzung der Onshore-Windenergie erschließen. Zwischen Berlin und Dresden ragt die Anlage seit einigen Wochen bis in eine Höhe von 365 Metern. Der rund 126 Meter große Rotor soll dabei den in dieser Höhe stärkeren und stetigeren Wind für die Energiegewinnung nutzen.

Mit 375-Tonnen-Last verfahren
Aufgebaut wurde der großdimensionierte Stahlfachwerkturm mit seiner 3,8-Megawatt-Windenergieanlage in einem bestehenden Windpark von einem großen Liebherr-Raupenkran. Seit Frühjahr 2025 war der LR 11350 bei dem Großprojekt im Einsatz und – mit Ausnahme der Rotorblattmontage – mit dem Parallelauslegersystem PowerBoom ausgerüstet. Damit konnten auch besonders schwere Lasten zuverlässig gehoben und montiert werden. Das größte und schwerste Bauteil war ein rund 40 x 40 x 40 Meter großes Teilstück des Anlagenturms mit einem Bruttogewicht von 375 Tonnen. Bei einer Ausladung von rund 44 Metern setzte der Kran die Last auf die 50 Meter hohe Grundkonstruktion. Erforderlich war dabei auch das Verfahren des Raupenkrans auf einer eigens angelegten Fahrstraße aus Stahlplatten und Bongossihölzern.
Parallel zum Bau der äußeren Stahlkonstruktion wurde im Inneren der später teleskopierbare obere Turmabschnitt gefertigt. Bis zum Erreichen der vorläufigen Turmhöhe von rund 160 Metern war der Raupenkran dazu mit dem PowerBoom und einer bis zu 84 Meter langen Wippspitze ausgerüstet. Hinzu kam eine Gesamtballastierung von bis zu 850 Tonnen am Kran und auf der Ballastpalette des Derrick-Auslegers. 

Kranumbau in nur sechs Tagen
Für die Montage der Rotorblätter musste der Kran anschließend umgebaut werden. Dank des schnellen Rüstkonzepts des LR 11350 und ausreichend Fachpersonal konnte der Wechsel von der PowerBoom-Konfiguration auf den 104 Meter langen Gitterausleger innerhalb von nur sechs Tagen abgeschlossen werden. Zusammen mit der 84-Meter-Wippspitze erreichte der Raupenkran eine Rollenkopfhöhe von 200 Metern. Die anschließenden Blattmontagen erforderten ein ausreichend großes Zeitfenster mit möglichst geringen Windgeschwindigkeiten. Nach mehreren Tagen des Wartens nutzten die beteiligten Teams schließlich passende Wetterbedingungen und montierten innerhalb von zwölf Stunden und teilweise bei Nacht die drei Rotorblätter in rund 170 Metern Höhe.

„Während der rund 18-monatigen Einsatzzeit arbeitete mein LR 11350 absolut zuverlässig und störungsfrei“, bestätigte Kranfahrer Fabian Ueck nach Abschluss der Arbeiten. Ergänzend zum Großkran kamen mehrere weitere Liebherr-Mobilkrane bei der Realisierung dieses außergewöhnlichen Pilotprojektes zum Einsatz. Sie übernahmen neben Rüsten und Ballastieren des Raupenkrans vor allem Arbeiten an der Grundkonstruktion sowie die Vormontage der einzelnen Segmente des gewaltigen Gittermastturms.

Entwickelt und realisiert wurde der Höhenwindturm von der GICON-Großmann Ingenieur Consult GmbH aus Dresden. Das 1994 gegründete, inhabergeführte Unternehmen ist Teil der international tätigen GICON-Gruppe und verfügt über einen eigenen Bereich für Forschungs- und Technologieentwicklung. Die Pilotanlage in der Lausitz ist ein Beispiel für diesen technologieorientierten Ansatz.