Martina Grabski            

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Impfung

Veröffentlicht am 12.03.2000

Gesundheitsvorsorge

(c) www.hadel.net

Am 29. Oktober 1999 veranstaltete der Reitertreff Ringstedt einen Themenabend über "Impfungen".

Der Referent, ein Fachtierarzt für Pferde, erklärte den interessierten Anwesenden welchen Zweck eine Impfung hat und gegen welche Krankheiten es Impfungen gibt.

Bei der Impfung wird ein Teil eines Krankheitserregers oder eines im Labor veränderten Krankheitserregers in den Körper gespritzt, um dort die Produktion von Antikörper gegen die jeweilige Krankheit zu stimulieren. Da die körpereigene Produktion der Antikörper nach einiger Zeit nachlässt müssen Auffrischungsimpfungen durch geführt werden. Die Abstände zwischen den einzelnen Impfungen richten sich nach dem jeweiligen Impfstoff. Die von einer Stute entwickelte Immunität gegen eine Krankheit wird durch die erste Milch, Biestmilch oder auch Kolostralmilch genannt, passiv auf das Fohlen übertragen. Da sich das Immunsystem nach einer Impfung mit dem Krankheitserreger auseinandersetzt ist ein guter Allgemeinzustand des Pferdes vor der Impfung sehr wichtig, da es sonst trotz Impfung zu einer Erkrankung oder anderen Nebenwirkungen kommen kann. Nachdem Vortrag gab es eine rege Fragestunde rund ums Thema Gesundheitsvorsorge beim Pferd, zu der außer Impfungen und Wurmkuren auch eine jährliche Zahnkontrolle gehören sollte. In dem Vortrag wurden die folgenden Krankheiten, gegen die es einen Impfstoff fürs Pferd gibt, näher erläutert.

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Wundstarrkrampf (Tetanus):
Wundstarrkrampf wird durch ein Bakterium verursacht, dessen Sporen über Jahre in der Erde lebensfähig bleiben können. Wenn Keime in eine Wunde gelangen, dann vermehren sie sich dort und produzieren ein Gift, das entlang der Nervenbahnen zum Gehirn wandert. Häufige Symptome sind ein Vorfall der Nickhaut, die Muskeln von Schweif bis zu den Ohren werden steif (Sägebockstellung) und häufig entsteht durch eine Verkrampfung der Muskeln am Maul mit einem ängstlicher Gesichtsausdruck. Die zunehmende Lähmung führt zum Versagen der für die Atmung verantwortlichen Muskeln und dem Tod.
Wundstarrkrampf kann nur geheilt werden, wenn er in einem sehr frühen Stadium entdeckt wird. Das betroffene Pferd muss dann in eine abgedunkelte Box gebracht werden und alle Geräusche müssen auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Die Wunde wird gereinigt und es werden ein antibakterielles Medikament und Gegengifte meist in den Rückenmarkskanal gespritzt.
Die Impfung gegen Wundstarrkrampf ist wegen des schlimmen meist tödlichen Krankheitsverlaufes eine sehr wichtige Impfung, die selbstverständlich sein sollte. Die Grundimmunisierung erfolgt durch zwei Impfungen im Abstand von 4 bis höchstens 8 Wochen. Die erste Wiederholungsimpfung soll ein Jahr später erfolgen, weitere Wiederholungsimpfungen folgen im Zwei-Jahres-Rhythmus bzw. gleich nach ernsthaften Verletzungen oder Operationen. Fohlen werden in der Regel mit vier Monaten geimpft.

Pferdegrippe (Influenza):
Die Pferdegrippe ist eine akute Erkrankung des Atmungsapparates. Das Virus dringt durch die Nüstern in den Körper ein und greift dort die Luftröhre und die Bronchienendungen an. Symptome sind ein starkes Ansteigen der Temperatur, Nasenausfluß und Husten. Nach ca. einer Woche lassen Nasenausfluß und Husten nach, falls eine Sekundärinfektion ausbleibt. Es dauert mindestens 3 Wochen bis die geschädigte Schleimhaut ausgeheilt ist. Wichtig für die Genesung ist eine staubfreie Umgebung, um die angegriffenen Schleimhäute nicht zusätzlich zu reizen. Eine Behandlung mit schleimlösenden Mitteln und Antibiotika können dazu beitragen, Folgewirkungen unter Kontrolle zu halten.
Zu den Risikopatienten zählen Pferde, die häufig Kontakt zu Tieren aus anderen Beständen z.B. durch Turnierbesuche haben. Die Grundimmunisierung erfolgt durch zwei Impfungen im Abstand von 4 bis 6 Wochen. Die Wiederholungsimpfungen werden im Abstand von 6 Monaten durchgeführt.

Pferdeherpes (Equine Herpesvirus):
Dieses Virus tritt in mehreren Varianten auf und verursacht unter anderem Bläschenausschlag an den Geschlechtsorganen, Erkrankungen des Atmungsapparates, Lähmungen und kann außerdem zu dem gefürchteten Virusabort bei trächtigen Stuten führen. Das infizierte Pferd bekommt sehr hohes Fieber und Nasenausfluß. Bei einer Sekundärinfektion wird der Nasenausfluß eitrig und übelriechend. Das Pferd wirkt matt und die Leistungsfähigkeit ist stark beeinträchtigt, es kann bis zu drei Monate dauern bis die ursprüngliche Kondition wieder hergestellt ist. Ein Heilmittel gibt es für diese Erkrankung nicht. Um die Infektion unter Kontrolle zu halten, kann man nur die erkrankten Tiere isolieren, um so eine Ausbreitung zu verhindern. Eine Behandlung mit Antibiotika und schleimlösenden Mitteln kann die Genesung unterstützen. Wenn sich ein Pferd einmal mit Herpes infiziert hatte, bleibt der Virus im Körper und kann so auf andere Pferde übertragen werden oder bei einem schlechten Allgemeinzustand des Pferdes wieder ausbrechen.
Eine Grundimmunisierung erfolgt durch zwei Impfungen, deren Abstände sich nach dem jeweiligem Impfstoff richten. Die Wiederholungsimpfungen werden in der Regel halbjährlich durchgeführt. Trächtige Stuten werden im allgemeinen zusätzlich noch zweimal während der Trächtigkeit geimpft.

Tollwut:
Die Tollwut ist eine Viruserkrankung des zentralen Nervensystems. Ohne Behandlung führt sie zum Tode und ist laut Gesetz anzeigepflichtig und darf beim Tier nicht behandelt werden. Was mit einem tollwutverdächtigem Pferd passiert liegt im ermessen des Amtstierarztes, der die sofortige Tötung oder eine längere Quarantäne verordnet. Durch eine sehr lange Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit) von bis zu einem Jahr kann so eine sehr lange Quarantänezeit festgelegt werden. Die Symptome beim Pferd sind im Anfangsstadium relativ unspeziefisch: Kolik, erhöhte Reizbarkeit, Bewegungsstörungen, vermehrtes Speicheln, Schluckbeschwerden, Lähmungserscheinungen und Festliegen mit Todesfolge können einen Tollwutverdacht Nahelegen.
Die Ansteckung erfolgt meistens über den Biss eines erkrankten Tieres. Heute ist die Tollwut durch Impfaktionen bei Katzen, Hunden und Füchsen sehr zurück gegangen, dennoch tritt Tollwut immer wieder in Erscheinung.
Zur Grundimmunisierung genügt eine Impfung, eine Auffrischung ist einmal im Jahr notwendig.

Hautpilz:
Seit dem Frühjahr 1999 ist ein Impfstoff gegen Hautpilze auf dem Markt. Diese "Impfung" kann auch zur Behandlung von bereits infizierten Pferden eingesetzt werden. Da diese Impfung noch nicht lange auf dem Markt ist, starke Nebenwirkungen wie Allergien auslösen kann und andere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, wurde an diesem Abend nicht näher darauf eingegangen.



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